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Haus der Verantwortung
Projekt, Braunau
Arch. DI Dr. techn. Gerhard Vana  
 



"Was würden Sie mit dem Geburtshaus von Adolf Hitler machen", fragte mich Andreas Maislinger, der sich seit Jahren dafür engagiert, dort ein Haus der Verantwortung einzurichten, eine sozial-edukative Einrichtung, die Jugendliche aus der ganzen Welt zu einem Dialog zusammenführen soll, der von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt ist.

Was antworten? Zunächst möchte man einem ersten emotionalen Impuls nachgeben und einen Abbruch befürworten. Aber dann erinnert man sich an eigenartig verdoppelte Gedenktafeln, die an ehemaligen Neubauten angebracht sind: oben eine: "In diesem Haus wohnte...." und darunter eine zweite: "An dieser Stelle stand das Haus an dem diese Tafel angebracht war..." Und man erkennt: ein Abriss würde diesen Ort von seiner historischen Belastung nicht befreien können. Es wäre sogar das Gegenteil zu erwarten, da sich das Haus dann in Vorstellungsbilder verwandeln würde, deren Ausgestaltung durch die Zeugenschaft eines Objektes nicht mehr korrigiert werden könnten. Durch ein Abtragen lassen sich die historischen Ereignisse leider nicht mehr verhindern, die zukünftigen könnten aber durch einen Lernprozess gestaltet werden.




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