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In
diesem Entwurf wird ein Scherenschnitt Alexander von Humboldts, dem
Namenspatron des Museums, mit der Zeichnung eines
polynesischen Tattoos samt Ohrenpiercing überlagert, die von Sydney Parkinson als
Teil der Besatzung der Endeavour 1769 angefertigt wurde.
Damit wird einerseits die Aneignung indigener Kulturtechniken,
andererseits die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses
thematisiert. Die Diskussion über die Angemessenheit der
Schlossfassaden ist der frühen Moderne geschuldet und führt
Gedanken
weiter, die beispielsweise von Adolf Loos mit seinem Text
Ornament und
Verbrechen 1908 in die architekturtheoretische Diskussion eingebracht
wurden. Das Ornament wird dort von ihm als Teil einer niedrigeren
Kulturstufe dargestellt, für die bekanntermaßen die Papua
herhalten
mussten:
"Das kind ist amoralisch. Der papua ist es für uns auch. Der
papua
schlachtet seine feinde ab und verzehrt sie. Er ist kein verbrecher.
Wenn aber der moderne mensch jemanden abschlachtet und verzehrt, so ist
er ein verbrecher oder ein degenerierter. Der papua tätowiert
seine
haut, sein boot, sein ruder, kurz alles, was ihm erreichbar ist. Er ist
kein verbrecher. Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist ein
verbrecher oder ein degenerierter."
(Adolf Loos: Ornament
und Verbrechen, 1908)
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