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"Verführungen"
 
 Ausstellungsgestaltung, Wien  
Arch. DI Dr. techn. Gerhard Vana,  
DI Karin Müller-Reineke  



Verführungen Plakate aus Österreich und Deutschland 1914-1945: Das Plakat ist als grafisches Medium dadurch gekennzeichnet, dass seine Präsentation in keiner Weise mit einer Auratisierung durch das Umfeld rechnen darf.  Es wird normalerweise nicht sorgfältig auf neutralen Ausstellungswänden, sondern auf von merkantilen Überlegungen bestimmten Parzellen präsentiert. Diese Anforderungen verlangen vom Plakat nicht nur größtmögliche optische Unverwundbarkeit, sondern auch die Kraft, den Blick des Betrachters dorthin zu lenken, wo auch immer es affichiert wurde. Im Rahmen der Ausstellung sollte zweierlei möglich sein: einerseits will jedes Exponat für sich betrachtet werden können, andererseits sollte die Kraft der grafischen Gestaltungen nicht in einer Kabinettpräsentation domestiziert werden: der Betrachter soll durch die Wahl seines Standortes auch mit Überschneidungen experimentieren und das Plakat in Konkurrenz zu anderen erfahren können. Der Blick soll dabei von den Exponaten gelenkt werden. Das Problem der Präsentation kehrt sich dadurch um: das Objekt soll dem Betrachter nicht gleich näher gebracht werden, sondern zunächst von ihm entfernt werden.

 
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