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"Joseph Beuys: Hauptstrom"
 
 Ausstellungsgestaltung, Wien  
Arch. DI Dr. techn. Gerhard Vana  
DI Karin Müller-Reineke  



Einen tieferen Zusammenhang als mit der Malerei - so sagt Roland Barthes - hätte die Fotografie mit dem Theater. Dieser bestünde vermittels des Todes: Wie sich der Schauspieler durch die von ihm angenommene Rolle aus der Sphäre der Lebenden entrückt - ursprünglich, um die Rolle der Toten zu spielen - , so würde der in der Fotografie festgehaltene Augenblick durch die Reglosigkeit seiner Authentizität gewissermaßen ein Bild des toten Lebendigen bieten. Auch die in dieser Ausstellung gezeigten Fotografien zielen in erster Linie auf das Geschehen vor der Kamera, nicht auf die kompositionelle Ordnung des zweidimensionalen Bildes. Sie setzen die Erinnerung an das Geschehen in der Galerie und an den verstorbenen Künstler in Gang. Aber man muss hier präzisieren: Kaum einer von uns war bei der Aktion anwesend. Die Augenblicke werden von uns nicht erinnert, viel mehr muss Erinnerung in dieser Ausstellung konstruiert werden. Hier wurde kein "Werk" geschaffen, das die zeitliche Dimension im Sinne des traditionellen Denkmalcharakters zu überdauern suchte, sondern diese mit einbezieht und durch Relikte und Dokumentationen unserer Kultur weiterlebt.

 
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Foto: Werner Neuwirth